Absinth
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Absinth wird aus
Wermut-Auszügen
hergestellt.
"Artemisia absinthium" ist die lateinische Bezeichnung für Wermut. Wegen des enthaltenen Neurotoxins
Thujon wurde er 1923 als
Rauschdroge per Gesetz in Deutschland
verboten. Da moderne Technik- und Analysemethoden die Risiken beherrschbar machten, wurde das anregende Getränk mit reglementiertem Anteil an Thujon wieder zugelassen. Die Zulassung in der EU, die seit 1998 gilt, erlaubt einen maximalen Thujongehalt von 10 mg/Kg. Sorten mit einem höheren Thujonanteil (max. 35 mg/kg) werden als "Bitterspirituose" deklariert.Die erste
Absinth-Destillerie wurde 1805 von Henri Louis Pernod betrieben, dessen Pastis neben Ricard und Pastis 51 zu den bekanntesten gehören. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und im frühen 20. Jahrhundert erfreute sich Absinth besonderer Beliebtheit.
Künstler und Bohemiens wie
Oscar Wilde, Tolouse-Lautrec, Sarah Bernhardt, Ernest Hemingway und Van Gogh ließen sich von der Wirkung des Absinth inspirieren.
Wermut war schon früh in der Menschheitsgeschichte als Heilkraut bekannt. Von Plinius (23-79 v.u.Zeit) wurde überliefert, dass er bereits einen mit Wermutextrakt versetzten Wein herstellte und vor rund 2000 Jahren soll es ein Wermutbier bei den alten Ägyptern gegeben haben. Die bekannte Kräuterfrau und Benediktinerin Hildegard von Bingen (1098-1179) benutzte auch bereits schon den Wermut gegen viele Leiden wie z.Bsp. gegen Kopfschmerzen, Husten, Erschöpfung und bei Verdauungsproblemen. Später setzt der Kräutergelehrte, Arzt und Botaniker Hieronymus Bock (1498-1554) Wermut als magenstärkendes und verdauungsförderndes Mittel ein.
In einem Destillierapparat werden verschiedene Pflanzenmaterialien (z.Bsp. Wermut, Fenchel, Anis, Ysop, Melisse, Pfefferminze, Koriander, Engelwurz) und Alkohol erst erhitzt, zum Verdampfen gebracht und anschließend nach der Abkühlung wieder aufgefangen. Die Destillation beruht auf den unterschiedlichen Siedepunkten von Flüssigkeiten, die stoffspezifisch sind und auf der unterschiedlichen Zusammensetzung des Gemisches im flüssigen und im dampfförmigen Zustand basieren.
Artemisia absinthium zeigt auch den Bezug zur griechischen Göttin der Jagd und Erdenmutter Artemis auf. Artemisia hieß auch Mutter der Kräuter, doch die Ursprungsbedeutung könnte ebenso auf griechisch artemis, (frisch, gesund) zurückgehen.
Thujon (C10H160) ist der Bestandteil ätherischer Öle zahlreicher Pflanzen, von denen Absinthe (Artemisia absinthium), Beifuß (Artemisia vulgaris), Salbei (Salvia officinalis) und Rainfarn (Tanacetum vulgare) die Bekanntesten sind. Das Thujon ist für die Steigerung der Kreativität und der Libido verantwortlich und hat den weiteren angenehmen Effekt, dass es stimmungsaufhellend wirkt. Die aktuellen Forschungsarbeiten kommen zu der Erkenntnis, dass die diffusen Ängste vor dem Wirkstoff Thujon im heutigen Absinthe unbegründet sind.
Das ätherische Öl wirkt auf das zentrale Nervensystem und dockt im Gehirn an denselben Rezeptoren an wie der psychoaktive Wirkstoff des Hanfs, das Tetra-Hydro-Cannabinol (THC). Der Unterschied allerdings liegt darin, dass das krampflösende wie entspannende THC auf Dauer zu Müdigkeit führt, während Thujon aufmunternd und anregend wirkt.
Verboten in Belgien 1905, in Holland 1908, in der Schweiz 1910, in den USA 1912, in Frankreich 1915, in Deutschland 1923, in Österreich 1923, in der Tschechoslowakei 1930. In Europa wurde in folgenden Ländern nie ein Absinthe- Verbot erlassen: Spanien, Portugal, Dänemark und England. Ausschlaggebend für den Niedergang des Absinthes war das Alkoholproblem in Frankreich ab Mitte des 18.Jahrhunderts. Es gelang nicht, trotz höherer Besteuerung des Absinthes, dessen Konsum einzuschränken.( Absinthe-Verbrauch in Frankreich 1912: 220 Millionen Liter). Er wurde zum Arme-Leute-Schnaps und durch die minderwertige Herstellungsweise auch mit gesundheitsschädigenden Inhaltsstoffen verunreinigt.
Kurz darauf entstanden weitere Destillerien im Val-de-Travers und in Pontarlier. 1905 wurden in Pontarlier in rund 25 Destillerien jährlich um die 10 Millionen Liter Absinth produziert. Im Val-de-Travers wurden bis zu 62 Hektar Wermut, Ysop, Melisse und Minze angepflanzt. Kurz vor der Prohibition waren 200 Personen in den 14 Brennereien beschäftigt, die bis zu 600000 Liter Absinth produzierten.
Die mit Absinth verbrachten Stunden der Künstlerszene, vor allem in Paris, gehörten in dieser Zeit zu den Selbstverständlichkeiten, und so liegt klar auf der Hand, dass die realistischen, neo-impressionistischen Künstler diesen eigenen Alltag in ihren Werken darstellten (z.Bsp. Der Absinth-Trinker von Eduard Manet 1859).Wie auf die Maler übte die Inspiration der Grünen Fee auch auf ihre schreibenden und dichtenden Kollegen eine starke Anziehungskraft aus. OSCAR WILDE Das erste Stadium ist wie normales Trinken, im zweiten fängt man an, ungeheuerliche, grausame Dinge zu sehen, aber wenn man es schafft, nicht aufzugeben, kommt man in das dritte Stadium, in dem man Dinge sieht, die man sehen möchte, wundervolle, sonderbare Dinge.
Das erste Stadium ist wie normales Trinken, im zweiten fängt man an, ungeheuerliche, grausame Dinge zu sehen, aber wenn man es schafft, nicht aufzugeben, kommt man in das dritte Stadium, in dem man Dinge sieht, die man sehen möchte, wundervolle, sonderbare Dinge.